Amenorrhö

Bedeutung/ Definition

Das Ausbleiben einer oder mehrerer Regelblutungen kann als Amenorrhö bezeichnet werden. Bleiben mindestens drei Blutungen aus, kann Amenorrhö die Ursache sein. Ist die Regelblutung bei einer Frau bis zum fünfzehnten oder sechzehnten Lebensjahr noch nicht aufgetreten, dann wird von der primären Amenorrhö gesprochen. Die sogenannte sekundäre Amenorrhö ist üblicher und bezeichnet das temporäre oder permanente Aussetzen der Menstruation bei Frauen, die zuvor einen normalen Zyklus hatten. Gelegentlich bleibt bei Frauen eine Periode aus, aber erst ab zwei fehlenden Blutungen ist Amenorrhö wahrscheinlich.

warum-regel-tage-verspaetet-sich-menstruation

Ursachen: Warum ist meine Menstruation verspätet?

Der normale Menstruationszyklus tritt aufgrund des sich ändernden Hormonspiegels auf. Hormone werden von den Eierstöcken gebildet und ausgeschüttet. Die Eierstöcke reagieren auf hormonelle Signale aus der Hypophyse, welche an der Hirnbasis liegt, welche wiederum von Hormonen im Hypothalamus des Gehirns kontrolliert wird. Krankheiten, die Komponenten des Menstruationszyklus beeinflussen, können zu Amenorrhö führen. Allerdings wird eine häufige Ursache von Amenorrhö bei jungen Frauen oft übersehen oder missverstanden: eine nicht diagnostizierte Schwangerschaft. Amenorrhö während der Schwangerschaft ist eine natürliche, physiologische Funktion. Gelegentlich können zugrunde liegende Probleme zu primärer oder sekundärer Amenorrhö führen oder dazu beitragen. Zum Beispiel können Hypothalamus Probleme, Anorexie oder extreme sportliche Tätigkeiten eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung von Amenorrhö spielen, abhängig vom Alter und ob die Menarche bereits eingetreten ist.

Die Genetik ist eine ausschlaggebende Ursache für primäre Amenorrhö. Primäre Amenorrhö kann auch ein Ergebnis eines Hormonungleichgewichts, Essstörungen, Untergewicht, schnellem Gewichtsverlust und übermäßiger körperlicher Aktivität sein. Das Vermeiden intensiver sportlicher Aktivitäten vor der Pubertät hilft dabei, einer Verzögerung der Menarche und damit dem verspäteten Beginn der Menstruation vorzubeugen. Zusätzlich gibt es auch einige Medikamente, die Amenorrhö auslösen können, wie Antidepressiva, Steroide, etc.

Anzeichen und Symptome

Amenorrhö wird auch als eine Grunderkrankung bezeichnet, aus dessen Verlauf sich andere Symptome erklären lassen. Zusätzliche Symptome, die vorkommen können, sind Milchproduktion außerhalb einer Schwangerschaft (Galaktorrhoe), verstärkter Haarwuchs bei Frauen, Hitzewallungen, verringerte Lubrikation der Vagina, exzessiver Gewichtsverlust oder Gewichtszunahme.

Wie wird Amenorrhö diagnostiziert?

Die Diagnose von Amenorrhö erfordert eine sorgfältige Anamnese, um sowohl die Amenorrhö als auch alle anderen koexistierenden Begleiterscheinungen zu dokumentieren. Dafür wird eine körperliche Untersuchung und eine Untersuchung des Beckens durchgeführt.

Behandlung

Ihren Menstruationszyklus wieder einzupendeln, hängt von der Ursache der Amenorrhö ab. Darauf basiert das Behandlungsschema. Sie sollten besonders nährstoffreiche Lebensmittel zu sich nehmen und sollte Ihr Gewicht das Problem sein, so gibt es auch die Möglichkeit einer Operation. Außerdem können eine Hormontherapie, viel Ruhe und Entspannung die Genesung beschleunigen.

Die Behandlungsmethode von primärer und sekundärer Amenorrhö wird durch die Ursache bestimmt. Behandlungsziele sind unter anderem die Linderung des hormonellen Ungleichgewichts, den Menstruationszyklus wieder einzustellen, Komplikationen zu vermeiden und/oder Fruchtbarkeit zu erhalten. Natürlich können nicht immer alle Ziele in jedem Fall erreicht werden.

In Fällen, in denen genetische oder anatomische Anomalien die Ursache der Amenorrhö sind (typischerweise primäre Amenorrhö), kann eine Operation weiterhelfen.

Kann Amenorrhö vorgebeugt werden?

Amenorrhö ist ein Symptom und keine Krankheit an sich. Daher kann Amenorrhö nur in dem Ausmaß vorgebeugt werden, dass die zugrundeliegenden Ursache verhindert wird. Amenorrhö, die aus genetischen oder angeborenen Ursachen entsteht, kann nicht verhindert werden. Auf der anderen Seite kann Amenorrhö, die aus selbst auferlegten strengen Diäten oder intensiver